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Travelstory Fethiye

Mitte Juni bekamen wir die Möglichkeit zusammen mit Freunden eine Woche auf einer Segelyacht in der türkischen Karibik zu verbringen.

Mit der Türkei habe ich bis dato immer meine Istanbulaufenthalte und somit, das Großstadtleben verbunden. Vollgestopfte Straßen, dicht an dicht gebaute Häuser, Menschen die gestresst und durch die politische Situation angespannt, durch ihren Alltag hetzen.

Jedoch zeigt sich dieses vielfältige Land bei genauerem Hinsehen auch von einer ganz anderen Seite.

Unsere Schiffsreise sollte in Fethiye, einem kleinem Hafenort Nähe Dalaman beginnen.

Wir wollten natürlich gerne mit Germania fliegen, allerdings gab es die Direktverbindung von Bremen nach Dalaman leider nicht mehr.

Stattdessen flogen wir nach Antalya und nahmen uns dann dort einen Mietwagen.

 

Mit unserem komplett durchgeweichten Gepäck (aufgrund dezentem Monsunregen und Gewitter bei unserer Ankunft) haben wir uns dann die knapp 240 Kilometer auf den Weg gemacht.

In Fethiye angekommen entdeckten wir dann per Zufall über Instagram, dass eines der anderen befreundeten Pärchen, mit denen es am nächsten Tag aufs Schiff gehen würden, auch bereits angereist war und ihr Hotel nur wenige Meter von unserem entfernt war.

Wir trafen uns in ihrem Hotel für ein gemeinsames Dinner und ich ärgerte mich ein bisschen, dass wir nicht auch dort gebucht hatten, denn das unique trägt wirklich verdient seinen Namen.

Das kleine Boutique Hotel im Vintage-Provenzial Stil schmiegt sich mitten in die hügelige Landschaft und ermöglicht einen traumhaften Blick über das Meer und den Yachthafen.

Alle 40 Zimmer sind mit Liebe zum Detail eingerichtet und mit einem blickgeschützten

Jacuzzi auf dem Balkon ausgestattet. Sollten wir nochmal nach Fethiye kommen, werden wir definitiv hier einchecken.

 

 


Nach einem landestypischen Dinner sind wir noch etwas durch den kleinen Bazar und die Altstadt von Fethiey gebummelt. Ich liebe diese kleinen engen Gassen, vollgestopft mit Ladenzeilen voller Krimskrams und den immer wieder beeindruckenden Glaslampenläden. Wie oft schon habe ich mir vorgenommen, ein paar dieser schönen Lampen mit nach Hause zu nehmen und habs am Ende dann doch nicht getan, aus Angst, dass sie den Flug nicht heile überstehen.

Falls jemand von Euch das doch schonmal erfolgreich gemacht hat, bin ich über jeden Tipp dankbar. Schreibt mir gerne einen Kommentar dazu unter diesen Beitrag.

Am nächsten Tag brachten Björn und ich nach einem ausführlichen Frühstück, den Mietwagen zum Flughafen von Dalaman. Ich muss noch kurz erwähnen, dass wir unterwegs an einer Tankstelle hielten um uns ein Eis zu kaufen und ein Magnum dort umgerechnet 80 Cent gekostet hat. Eis essen kann man hier also sehr preiswert. Happy me! Der Rest unserer Freunde landete kurze Zeit später, sodass wir alle gemeinsam mit einem kleinen Bus nach Göcek fuhren, wo unsere Segelyacht bereits auf uns wartete. Der Ort rund um den Yachthafen ist vollkommen auf den Schiffahrttourismus eingestellt. Jeder zweite Laden verkauft Taucherbrillen, Luftmatratzen und Wasserspielzeug, allerdings zu viel höheren Preisen als in den normalen kleinen Ferienorten. Man sollte sich also vielleicht vorher überlegen, was man an Equipment gerne mitnehmen möchte.


Unser Schiff wartete abfahrbereit am Pier - die Nautilus sollte für die nächsten acht Tage unser Zuhause sein. Die vierköpfige Crew war auch schon an Bord, denn um ein 40 Meter Schiff zu manövrieren, braucht es häufig mehr als eine Person.

Wir brachten unser Gepäck in die Kajüten, bekamen eine kleine Sicherheitsunterweisung und dann ging es auch schon los.

Unser Kapitän fuhr, wohin wir wollten aber selbstverständlich hatte er sich vorher schon eine grobe Route überlegt. Sie führte uns quer durch das Mittelmeer, entlang der türkischen Küste, zu kleinen Inseln und in versteckte Buchten. Ohne die Erfahrung unseres Kapitäns (der, das muss man dazusagen, gerade mal um die 30 ist) hätten wir so viele tolle Orte mit Sicherheit nicht gesehen, da wir gar nicht gewusst haben, dass sie überhaupt existieren. 

 

Den ersten Abend verbrachten wir in einer kleinen Bucht Nähe Gözek. Das Wasser ist überall in diesen Buchen so klar und tiefblau, wie ich es vorher noch nirgendwo gesehen habe. Wir waren die meiste Zeit im und auf dem Wasser, auf unseren Luftmatratzen, dem Jetski und den beiden Kanus. Es war einfach eine unbeschwerte Zeit wie aus dem Bilderbuch.

Unsere Tage bestanden aus baden, gutem Essen, Wassersport und Spieleabenden. Für mich hatte die Zeit auf diesem Schiff viel mehr Vorteile als ein Aufenthalt im Hotel. Wenn man Lust hat ins Wasser zu gehen, springt man einfach über die Reling. Kein sandiger Weg zum Strand, kein Liegenreservieren am Pool und vor allem - keine Menschenmassen. Wir hatten die ruhigste Zeit seit langem.


An einem dieser Tage, besuchten wir eine kleine Insel, die nur unter Schmetterlingsinsel bekannt ist, da auf ihr eine Vielzahl an bunten Faltern leben soll. Das Naturschauspiel an diesem Ort werde ich wohl nie vergessen. Der weiße Kiesstrand war eingekreist von riesigen Felsen und der Wald auf der Insel glich einem Dschungel. Wir alle fühlten uns, als wären wir in einer anderen Zeit oder einem komplett fremden Kontinent gestrandet. Wenn die Natur mal wieder ihre ganze Schönheit präsentieren will, dann zeigt sie uns Orte wie diesen. Als ich dann später allein an diesem riesigen verlassenen Kiesstrand saß, kam ich mir selbst so klein und unbedeutend vor, dass mir ein bisschen die Tränen kamen. Wir alle waren total fasziniert von diesem Ort und ich wünsche mir, dass wir vielleicht irgendwann noch einmal auf dieser kleinen Insel vorbeischauen können.

 

Ohne es selbst vorher gewusst zu haben, waren diese Tage für mein inneres Gleichgewicht sehr wichtig. Täglich bringe ich hunderte Passagiere an ihr Urlaubsziel oder wieder nach Hause, erkläre fünfzig Mal, warum es wichtig ist, angeschnallt zu bleiben, achtzig Mal, warum die Sonnenblende zur Landung oben sein muss und mindestens hundertzwanzig Mal, wie die Tür zur Toilette aufgeht.

Ich liebe meinen Job, aber der Alltag an Bord kann auch sehr ermüdend und nervenaufreibend sein.

Umso wichtiger war diese Auszeit für mich und für Björn natürlich auch.

 

Morgens wurden wir vom Plätschern der Wellen (oder von den Geräuschen in der Kombüse) geweckt und wenn wir aus dem Bullauge über unserem Bett hinaus schauten, blickten wir direkt auf die türkisfarbenen Weiten des Mittelmeers. Alles war wie im Traum.
Wir erinnern uns super gerne an diese erholsamen, unbeschwerten Tage und sollte sich die Gelegenheit nocheinmal bieten, würden wir jeder Zeit wieder Urlaub auf einer Segelyacht machen.


Kommentare: 7
  • #7

    Katharina (Dienstag, 24 Juli 2018 15:20)

    Sehr schön geworden liebe Jana �

  • #6

    Dennis (Dienstag, 24 Juli 2018 13:47)

    Hallo Jana, toller Beitrag. Magst du schreiben, über welche Agentur du die Reise mit der Segelyacht gebucht hast? Liebe Grüße!

  • #5

    Jean-Paul (Montag, 23 Juli 2018 19:22)

    Liebe JANA dieser Blog ist dir mehr als gelungen.Ich freue mich schon auf weitere spannende Beiträge von dir.BRAVO

  • #4

    Theresa (Montag, 23 Juli 2018 14:21)

    Liebe Jana!
    Dieser Blogbeitrag ist dir sehr gelungen! Freue mich auf mehr Beiträge. Ich werde sicher eine treue Leserin deines Blogs sein:)

  • #3

    Mina (Montag, 23 Juli 2018 14:04)

    Schöner Blog, liebe Jana. Endlich keine Zeichenbegrenzung mehr. Freue mich hier ausführlich von dir zu lesen. <3

  • #2

    Julia (Montag, 23 Juli 2018 13:40)

    Toller Beitrag. Hat Spaß gemacht ihn zu lesen � ich freu mich über weitere Beiträge.

  • #1

    David (Montag, 23 Juli 2018 12:20)

    Du bist cool, Danke dafür